Eiszeit

Als die Gletscher vordrangen und sich wieder zurückzogen, in der letzten Kaltzeit, schliffen und stauchten diese mit ihrem ungeheuren Gewicht die Landmasse, formten Berge, Flusstäler und Toteislöcher. Das Leben war für lange Zeit ausgelöscht. Die Erdoberfläche war nackt und leer. Eine dramatische Stille breitete sich über den Narben der Eiszeit aus.

Heute ist die Landschaft wieder leer geräumt. Archaische Leere, Ausgesetztsein und die Nachhaltigkeit der Narben in der Landschaft bestimmen das Bild. Toteislöcher und Moränenhügel stören bis heute die gradlinigen Bearbeitungsspuren der Agroindustrie. Die eiszeitliche Topografie behauptet sich gegen die neuen Narben.  Es sind strenge reduzierte Bilder. Sie zeigen, wie es war und wie es sein wird.

Alle Fotografien dieser Serien entstanden in der gletschergeformten Mecklenburgischen Schweiz. In diesem Sinne zeigt Franz Riegel Heimatbilder, auch wenn es kaum Hinweise auf die Orte gibt, an denen diese Fotografien entstanden sind.